Samstag, 3. Dezember 2011
Emotionale Intelligenz
Die Last liegt bei den Schlauen. Bekannterweise lebt und liebt es sich dumm besser. Ich möchte meinen, dass ich zu den "Geschädigten" gehöre - ich bin mit Klugheit geschlagen. Schande über mein Haupt, Eigenlob stinkt doch so sehr. Macht nichts, ich wasche meine Weste sowieso regelmäßig, damit sie auch ja weiß bleibt. Demnächst bade ich sie also zusätzlich noch in Parfum. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Emotionen tatsächlich richtig auffasse, ob ich sie in korrekterweise wiedergeben und in guter Form beeinflussen kann. Dafür kann ich aber von mir behaupten, relativ sensibel auf eigene und fremde Gefühle zu reagieren. Ob das gut ist, sei erst einmal dahingestellt. Nur so viel - ich weiß, was für Auswirkungen gewisse Emotionen, auf lange Sicht gesehen, haben können.

Emotionale/Soziale Intelligenz setzt sich, nach Daniel Golemans Anlehnung an Salovey und Gardner, aus mehreren Punkten zusammen. Da wäre als Erstes die Fähigkeit, die eigenen Emotionen, in dem Moment, in dem sie auftreten, zu kennen und zu akzeptieren, was vor allem für das Verstehen des eigenen Verhaltens eine große Rolle spielt - denn die meisten Menschen verleugnen ihre Gefühle, da sie nicht wissen, dass man Emotionen aktiv steuern kann, was uns direkt zum nächsten Punkt bringt: Emotionen beeinflussen. Eine intelligente Person, ich nenn's nun einfach mal so, sollte hierbei Gefühle so handhaben können, dass sie der Situation angemessen sind, sprich: weder dramatisieren, noch verharmlosen. Dafür muss er sich selbst beruhigen und Gefühle der Angst, Gereiztheit, Enttäuschung oder Kränkung abschwächen und die positiven Gefühle umso mehr verstärken, um Rückschläge und belastende Situationen effektiver zu überwinden. Den dritten Punkt bildet die Fähigkeit, Emotionen in die Tat umzusetzen, was nichts Anderes bedeutet als Emotionen so zu beeinflussen, dass sie einem bei der Erreichung von Zielen helfen, was den Kern der Selbstmotivation darstellt, die Kreativität und somit auch die Häufigkeit von Erfolgserlebnissen fördert. Man muss in der Lage sein, kurzfristige (emotionale) Vorteile und Verlockungen hinauszuschieben und Reaktionen zu unterdrücken. Langfristig gesehen ist genau das die Grundlage jeglichen Erfolges. Der nächste wichtige Punkt ist die Empathie, was den meisten wohl ein Begriff sein sollte. Sie ist die Voraussetzung aller Menschenkenntnis und das Fundament zwischenmenschlicher Beziehung. Ein Mensch, oder auch ein IT-Programm, der/das erkennt, was andere fühlen, kann viel früher die oftmals versteckten Signale im Verhalten Anderer wahrnehmen und herausfinden, was sie brauchen oder wollen. Allerdings deutet Goleman daraufhin, dass so auch erkennbar wird, wie man sie negativ beeinflussen kann (leadership ability). Empathie lässt sich demnach als wertneutrale Fähigkeit einstufen, denn sie kann gleichermaßen positiv wie auch negativ "eingesetzt" werden. Gesamtgesellschaftlich betrachtet stellt sie aber immer noch die Basis erfolgreicher humaner Gesellschaften da (Emergente Ordnung). Last but not least: Umgang mit Beziehungen - die Fähigkeit/Kunst der Gestaltung von Beziehungen. Sie besteht im Wesentlichen aus dem Umgang mit den Gefühlen anderer Menschen, was die Grundlage für eine reibungslose Zusammenarbeit in nahezu allen beruflichen Umfeldern darstellt. Außerdem ist sie die Voraussetzung für Beliebtheit, Wertschätzung und Integration in eine Gemeinschaft, andererseits aber auch die Basis für leadership ability (Goleman), sprich: eine Fähigkeit, die positiv wirken, jedoch auch zur Manipulation dienen kann.

Intelligenz bedeutet immer, die Macht zu haben. Schlaue Menschen haben den Dummen immer etwas voraus - und zwar das Wissen. Wer das bessere Los gezogen hat, ist immer noch ungeklärt. Denn ohne die Schlauen wäre die Welt längst vor die Hunde gegangen, andererseits.. hätte man als Dummer so manches, was uns nun Probleme bereitet, nicht entdeckt, z.B. Atomkraft. Emotionale/Soziale Intelligenz ist nicht weniger wichtig als andere Formen der Intelligenz. Gewissermaßen unterscheidet sie sich auch nicht wirklich von anderen, dennoch lohnt es sich, sich damit auseinanderzusetzen. Ich für meinen Teil komme zu dem Ergebnis, dass es für uns alle noch eine Menge zu Lernen gibt. Für den einen mehr, für den anderen weniger.

Mein Motto bleibt trotz allem: "Komm mir mit allem, bloß nicht mit Dummheit."



Donnerstag, 24. November 2011
Robert Pattinson? Also wirklich.. nein.
Seit "Twilight" in den Kinos lief, ist der Ruf der Blutsauger quasi ruiniert. Ich als alt eingesessener Vampir-Fan nutze diesen Blog, um meine Meinung dazu zu äußern. Ob es euch passt, oder nicht. Um euch aber zu beruhigen, ich verabscheue Robert Pattinson. Nein, er ist nicht einer der schönsten Männer der Welt. Hallo?! Zieht eure Brille an! Er hat a u f g e m a l t e Bauchmuskeln, arm. Das ist wohl der Grund, warum ich schreiend an der Meute von Teenies bei Madame Tussaud's, in London, vorbei gelaufen bin, die gerade dabei waren, sich darum zu prügeln, wer als erstes ein Foto mit seiner Wachsfigur (!!!) machen durfte. Lächerlich, wenn ihr mich fragt. Ich hab die Biss-Bücher gelesen, bevor sie überhaupt in aller Munde waren. Ich habe sie geliebt, weshalb ich bereit war, dem Film-Cast eine Chance zu geben. Ich habe mir Twilight sogar auf DVD gekauft, weil ich dachte, alles in allem ein guter Film - trotz der Besetzung. Der Soundtrack ist genial. Der zweite Film stimmte mich dann nicht ganz so friedlich, von der Buchvorlage abweichend, tauchte "Edward" viel zu häufig auf, sodass ich die Hälfte des Films damit beschäftigt war, mir die Hand vor die Augen zu halten. Ehrlich gesagt sind die Verfilmungen recht.. verweichlicht und ich hatte eine verdammt andere, bessere Vorstellung von unserem lieben Eddy. Seitdem habe ich die Bücher nicht mehr angerührt, weil ich das schreckliche Bild von Robert Pattinson einfach nicht aus meinem Kopf löschen kann, sobald ich auch nur "Twilight" höre, oder lese. Ich steh auf Vampire, schon seit Ewigkeiten. Auf sogenannten Rp-Servern sind sie mir die liebsten, abgesehen von den Dämonen. Blöd nur, dass jeder Vampirfan sofort in die gleiche Schublade mit den, dem Hype folgenden, anderen .. kreischenden Teenies, die sterben würden, um Eddy anfassen zu dürfen, gesteckt wird. "Komm mir mit allem, nur nicht mit Dummheit!" - sehr gutes Zitat an dieser Stelle. Ich stehe auf Vampire, wie man sie in "True Blood" bestaunen kann. Blutrünstig, Dunkel, Heiß. Diese Serie ist allerdings nur für Ü18 - im ernst. Das Einzige, was ihr an Geschmuse, erwarten könnt, ist, dass der eine oder andere Vampir sich in Blut wälzt. Und das ist keine Metapher. Deshalb, liebe Kinder, bleibt ruhig bei Bella & Co. Alle anderen - ran an den Pc, oder lieber rein ins Geschäft, und "True Blood" in euch aufsaugen. Ihr werdet es lieben.



Mittwoch, 23. November 2011
I ♥ Deutsche Bahn
Jeder kennt's - der Konflikt mit dem allseits beliebten Nahverkehrsmittel unseres Vertrauens. Ha ha ha, dass ich nicht lache. Das Lotusblütchen und ich machten uns heute, nichts Böses ahnend, auf den Weg zu unserem wunderschönen Hauptbahnhof. Alles kein Problem. Nümmerchen ziehen, Bank in Beschlag nehmen und dann heißt es erst einmal: Warten! Klingt schlimmer als es eigentlich ist, wenn man den einen oder anderen Tipp befolgt, um die Zeit tot zu schlagen. Unsere Lieblingsbeschäftigung ist das Beobachten von "seltsamen" Menschen, wovon es hier reichlich genug gibt. Als erstes wäre da eine Frau, die gefühlte 3 Stunden den Schalter 3 besetzt und am Ende nur 26,80 € ausgibt, wo wir uns fragen müssen, was zur Hölle hat da so lange gebraucht - hm? Als nächstes ein Mann, der gewissenhaft das Gerät mit den Nummern ignoriert und schnurstracks auf Schalter 1 zu steuert, um dann von der liebreizenden Dame Nummer 1 [ich kenne ihren Namen leider, leider nicht] ausgebremst und weg geschickt zu werden. Und anstatt sich wie ein "normaler" Fahrgast zu verhalten und brav ein Nümmerchen zu ziehen, verlässt er diesen gemütlichen Ort, was wir mal so gar nicht verstehen können. Wir widmen uns aber direkt dem nächsten Menschen, indem das Lotusblütchen ein neues Talent entdeckt - Gedankenlesen. Man stelle sich eine hektische Frau vor, die alle zwei Sekunden auf die Uhr guckt. Sie besitzt die Gabe, genau wiederzugeben, was jene Person gerade denkt. Ich war beeindruckt. Aber auch sie verließ uns viel zu schnell. Zu guter letzt müssen wir ein ganz besonderes Kerlchen erwähnen, der mich zu neuen Schandtaten und Hochleistungen angetrieben hat. Das Gerät mit den Nummern besitzt zwei Knöpfe. Schlaue Menschen drücken auf einen, nehmen ihre Nummer und warten brav. Die andere Fraktion drückt auf beide Knöpfe, nimmt beide Nummern und wartet. Da kommt mir die glorreiche Idee, wie man seine Wartezeit noch sinnvoll nutzen könnte. Wäre es nicht lustig, wenn man die Gunst der Stunde nutzen würde, sofern noch keine anderen wartenden Fahrgäste da sind, und ein bisschen auf den Knöpfen rumdrücken würde, sodass die nächsten, die eine Nummer ziehen, ihr blaues Wunder erleben würden? Oder zumindest eine lange Wartezeit? Ich muss sagen, mir gefällt der Gedanke. Natürlich ist das reines Kopfkino, wir sind schließlich wohlerzogene, junge Frauen, die sich nie und nimmer einen Spaß mit anderen erlauben würden. Wie kämen wir auch dazu? Glücklicherweise sind wir als nächstes dran, denn Schalter 3 ist nun endlich frei. Ich frage nach dem Ticket und bekomme als Antwort: "Nein, das gibt es hier nicht. Das gibt es nur am Automaten und im Internet." Ich denke mir: Yay, was'n super Service, Deutsche Bahn. Und sage: Danke. Tschüss. Also auf zum nächst besten Automaten und zwar ohne den "Automaten-Guide" auf uns aufmerksam zu machen, denn wir sind weder schwerhörig, noch gehbehindert, noch alt. Und ganz und gar nicht senil. Hier gedrückt, da getatscht - und zack hab ich das gewünschte Ticket. So einfach geht das. Was ist nun also die Moral der Geschicht'? Richtig, trau dem Automaten und dem Menschen nicht.



Jenny desu.
Das Land der aufgehenden Sonne. Nihon oder Nippon, wie auch immer - Japan halt. Ich oute mich hier und jetzt, ich bin eine Japan-Fanatikerin. Ein Vollblut-Sushinist - Ja, ich habe auch ein Faible für "eigene" Sprachen und Wörter, was aber lieber an einer anderen Stelle erneut aufgefasst werden sollte. Ich lese Bücher von hinten, ich nicke im gleichen Takt wie die Wackel-Katzen beim Asiaten um die Ecke, ich deute den Frieden an - oder den Sieg, jeder wie er will -, ich würde am liebsten alles und jeden fotografieren und das nur, weil ich "so etwas" noch nie gesehen habe, ich achte überall auf japanische Zeichen und gucke Animes in Originalsprache, welche eine beruhigende und gleichzeitig seltsame Wirkung auf mich hat. Ich liebe dieses Land, obwohl ich noch nie da gewesen bin. Ich habe mit Japan geweint, ich habe um Japan geweint. Ich bin nicht religiös, aber für die betroffenen Menschen habe selbst ich gebetet. Hätte mich jemand gefragt, ich wäre sofort hin geflogen, um zu helfen. Egal, wie. Tatsächlich hatte ich vor, wenige Monate später das Land zu besuchen, was nach der riesigen Katastrophe ja nicht mehr möglich war. Japan bedeutet mir mehr, als ich erklären kann. Es steht mit meinem Vater, den ich über alles liebe, in Zusammenhang. Ich hab meinen Traum kurzzeitig aufgegeben, weil ich keine andere Wahl hatte, weil ich fast dachte, das Land wäre "verloren". Aber so wie's aussieht hat all das Beten und Hoffen etwas genützt und sofern nicht wieder, man verzeihe mir den Zynismus, eine Katastrophe dazwischen kommt, werde ich schon nächstes Jahr um diese Zeit meine Fotos aus Japan sortieren. Sayounara!



Meer + Mensch = Glück
Es gibt Orte, an denen man fest davon überzeugt ist, dass das Meer alle Sorgen nimmt. Ich denke nicht, dass das so einfach ist. Das Ganze ist, meiner Meinung nach, etwas komplizierter. Das Meer, diese endlose Weite, weckt Sehnsüchte, derer wir uns nie bewusst gewesen sind. Es sind Sehnsüchte, die unseren Körper so stark vibrieren lassen, dass wir nur so vor Glückshormonen strotzen. Dieses Gefühl nimmt unsere Gedanken so in Beschlag, dass wir all das "Böse" in unserem Leben für wenige Momente vergessen können. Wer könnte schon von sich behaupten, ohne zu lügen, dass der Anblick von einem Strand und dem dazugehörigen Meer nichts in ihm auslöst, hm? Ob Fernweh - oder viel banalere Dinge, wie z.B. der Wunsch nach der Möglichkeit, wenn auch nur für wenige Stunden, einmal zur Ruhe zu kommen. Die Welt hört nicht auf sich zu drehen, unseren Alltag beherrscht die Hektik und der Stress. Ist es da so verwunderlich, dass wir den Anblick der ruhigen Wellen so sehr genießen? Dass wir dem Rauschen des Meeres so gerne lauschen? Nein. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass Menschen, die am Meer leben, glücklicher sind. Ich weiß, dass Wasser unberechenbar ist. Nehmen wir das Beispiel Japan, wozu ich erwähnen muss, dass mir dieses Land besonders am Herzen liegt. Dennoch bleibe ich bei meiner Aussage. Ich war erst vor kurzem in Nordfrankreich - am Meer. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Gegend eine immens hohe Lebensqualität besitzt. Natürlich ist die See nicht immer ruhig, aber selbst wenn die Wellen etwas höher schlagen, wen schert das? Man geht trotzdem an den Strand und bewundert das, was vor einem liegt. Es gibt so viel, was uns daran glücklich macht. Oder glücklich machen kann. Ich bin mir sicher, irgendwann werde ich am Meer leben. Und ganz vielleicht, ich kann schließlich nicht hellsehen, kann ich dann von mir behaupten, ich wäre glücklich und hätte ein schönes Leben.