Emotionale Intelligenz
Die Last liegt bei den Schlauen. Bekannterweise lebt und liebt es sich dumm besser. Ich möchte meinen, dass ich zu den "Geschädigten" gehöre - ich bin mit Klugheit geschlagen. Schande über mein Haupt, Eigenlob stinkt doch so sehr. Macht nichts, ich wasche meine Weste sowieso regelmäßig, damit sie auch ja weiß bleibt. Demnächst bade ich sie also zusätzlich noch in Parfum. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Emotionen tatsächlich richtig auffasse, ob ich sie in korrekterweise wiedergeben und in guter Form beeinflussen kann. Dafür kann ich aber von mir behaupten, relativ sensibel auf eigene und fremde Gefühle zu reagieren. Ob das gut ist, sei erst einmal dahingestellt. Nur so viel - ich weiß, was für Auswirkungen gewisse Emotionen, auf lange Sicht gesehen, haben können.
Emotionale/Soziale Intelligenz setzt sich, nach Daniel Golemans Anlehnung an Salovey und Gardner, aus mehreren Punkten zusammen. Da wäre als Erstes die Fähigkeit, die eigenen Emotionen, in dem Moment, in dem sie auftreten, zu kennen und zu akzeptieren, was vor allem für das Verstehen des eigenen Verhaltens eine große Rolle spielt - denn die meisten Menschen verleugnen ihre Gefühle, da sie nicht wissen, dass man Emotionen aktiv steuern kann, was uns direkt zum nächsten Punkt bringt: Emotionen beeinflussen. Eine intelligente Person, ich nenn's nun einfach mal so, sollte hierbei Gefühle so handhaben können, dass sie der Situation angemessen sind, sprich: weder dramatisieren, noch verharmlosen. Dafür muss er sich selbst beruhigen und Gefühle der Angst, Gereiztheit, Enttäuschung oder Kränkung abschwächen und die positiven Gefühle umso mehr verstärken, um Rückschläge und belastende Situationen effektiver zu überwinden. Den dritten Punkt bildet die Fähigkeit, Emotionen in die Tat umzusetzen, was nichts Anderes bedeutet als Emotionen so zu beeinflussen, dass sie einem bei der Erreichung von Zielen helfen, was den Kern der Selbstmotivation darstellt, die Kreativität und somit auch die Häufigkeit von Erfolgserlebnissen fördert. Man muss in der Lage sein, kurzfristige (emotionale) Vorteile und Verlockungen hinauszuschieben und Reaktionen zu unterdrücken. Langfristig gesehen ist genau das die Grundlage jeglichen Erfolges. Der nächste wichtige Punkt ist die Empathie, was den meisten wohl ein Begriff sein sollte. Sie ist die Voraussetzung aller Menschenkenntnis und das Fundament zwischenmenschlicher Beziehung. Ein Mensch, oder auch ein IT-Programm, der/das erkennt, was andere fühlen, kann viel früher die oftmals versteckten Signale im Verhalten Anderer wahrnehmen und herausfinden, was sie brauchen oder wollen. Allerdings deutet Goleman daraufhin, dass so auch erkennbar wird, wie man sie negativ beeinflussen kann (leadership ability). Empathie lässt sich demnach als wertneutrale Fähigkeit einstufen, denn sie kann gleichermaßen positiv wie auch negativ "eingesetzt" werden. Gesamtgesellschaftlich betrachtet stellt sie aber immer noch die Basis erfolgreicher humaner Gesellschaften da (Emergente Ordnung). Last but not least: Umgang mit Beziehungen - die Fähigkeit/Kunst der Gestaltung von Beziehungen. Sie besteht im Wesentlichen aus dem Umgang mit den Gefühlen anderer Menschen, was die Grundlage für eine reibungslose Zusammenarbeit in nahezu allen beruflichen Umfeldern darstellt. Außerdem ist sie die Voraussetzung für Beliebtheit, Wertschätzung und Integration in eine Gemeinschaft, andererseits aber auch die Basis für leadership ability (Goleman), sprich: eine Fähigkeit, die positiv wirken, jedoch auch zur Manipulation dienen kann.
Intelligenz bedeutet immer, die Macht zu haben. Schlaue Menschen haben den Dummen immer etwas voraus - und zwar das Wissen. Wer das bessere Los gezogen hat, ist immer noch ungeklärt. Denn ohne die Schlauen wäre die Welt längst vor die Hunde gegangen, andererseits.. hätte man als Dummer so manches, was uns nun Probleme bereitet, nicht entdeckt, z.B. Atomkraft. Emotionale/Soziale Intelligenz ist nicht weniger wichtig als andere Formen der Intelligenz. Gewissermaßen unterscheidet sie sich auch nicht wirklich von anderen, dennoch lohnt es sich, sich damit auseinanderzusetzen. Ich für meinen Teil komme zu dem Ergebnis, dass es für uns alle noch eine Menge zu Lernen gibt. Für den einen mehr, für den anderen weniger.
Mein Motto bleibt trotz allem: "Komm mir mit allem, bloß nicht mit Dummheit."
jadedraspberry am 03. Dezember 11
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